AUFBLENDE2026 bringt Kino ins Klassenzimmer

Würzburg sendet Schulfilmfestival live – mit Preisen und 66-Sekunden-Challenge

Foto: Katharina Schulz
von links nach rechts Jonas Schneider, Julia Skupin, Jonathan Holzheid, Markus Ramershoven, Christoph Vogel, Simone Feuerecker

Würzburg als Filmstudio: Am 12. März 2026 ging das schulartübergreifende Online-Schulfilmfestival AUFBLENDE2026 live aus der Don-Bosco-Berufsschule auf Sendung. Der Stream über Zoom wirkte dabei nicht wie eine nüchterne Videokonferenz, sondern wie ein kleines Festival – mit Licht, Moderation und klarer Dramaturgie.

Organisiert wurde Festival und Projekttag unter der Leitung von Michael Ebert. Schon in den Tagen zuvor baute das Team den Mehrzweckraum der Schule zum Studio um. Die Idee: Film nicht als Randthema einzelner AGs, sondern als gemeinsames Ereignis für viele Schularten – zum Zuschauen, Austauschen und Mitmachen.

Die Resonanz war groß: 68 Filme wurden von 35 Schulen eingereicht, neun weitere Schulen nahmen am Projekttag ohne eigene Einreichung teil. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer kam aus Bundesländern außerhalb Bayerns, dazu zwei Gruppen aus dem Ausland – aus Thessaloniki und St. Petersburg. Von Grundschule bis Berufsschule, von Mittelschule bis Förderzentrum war das Feld breit.

Der Vormittag gehörte dem gemeinsamen Sehen. Eine Vorjury wählte 16 Beiträge, gezeigt in vier Blöcken. Dazwischen standen moderierte Filmgespräche: Klassen konnten Eindrücke teilen, Arbeitsweisen diskutieren und sich per Chat einbringen – Austausch über Schul- und Ländergrenzen hinweg.

Nach der Pause wurde es praktisch: In zwei Stunden drehten die Gruppen Kurzfilme zum Thema „Wann, wenn nicht jetzt?“ – witzig und exakt 66 Sekunden lang. 27 Filme wurden eingereicht, fünf vorgeführt und per Online-Abstimmung prämiert.

Am Nachmittag schaltete sich Kameramann Rafael Starman (Heiner-Carow-Preis 2022) als Gast dazu. An Szenen aus „Gewalten“ und „Wovon sollen wir träumen“ zeigte er, wie stark Bildgestaltung das Erzählen lenkt.

In der Preisverleihung wurden mehrere Arbeiten für präzise filmische Mittel ausgezeichnet – darunter „Bruch“ (Aachen), „Failed Connection“ (Berlin), „HerStory“ (Deutsche Schule Thessaloniki) und „Lilos Abenteuer“ (Nördlingen). Auch Würzburg war unter den Preisträgern: „Unsere Welt Depression“ (Don-Bosco-Berufsschule Würzburg) überzeugte mit einem authentisch geführten Interview und Bildern, die das Gesagte vertiefen. Unterm Strich zeigte AUFBLENDE2026: Film kann in der Schule mehr sein als ein Ergebnis – nämlich ein Anlass fürs Gespräch.

Michael Ebert

Foto: Rainer Platz
Bild von links nach rechts hinten: Hans Rambeck, Jan Jakovlev, Jonathan Schneider, Maxine Forster, Rafael Starman,, Marcella Ide-Schweikart, Tobias Bauer Mitte: Paul Schwind, Jonathan Holzheid, Elias Sutter, Hadise Chalil Oglou, Carola Gussor
vorne: Katharina Schulz, Simone Feuerecker, Michael Ebert, Jonas Schneider, Marklus Ramershoven