Roven kann Kunst

Foto: Ute Schäffner

Sehr konzentriert richtet N. den Blick auf ihr Gegenüber und zeichnet ein Portrait, ohne auf das Papier zu schauen. Anfangs ist die Schülerin noch angespannt, wird dann aber immer freier und gelöster. Mit dieser Wahrnehmungsübung beginnt die Kunstpädagogin Birgit Schmidt von der Jugendkunstschule Würzburg, kurz JuKu-Karawane, ihren Einstieg in das künstlerische Erproben und Experimentieren für sechs Jugendliche vom Projekt „roven & Schule. Diese Jugendlichen haben eine Gemeinsamkeit, ihnen ist aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr möglich am regulären Unterricht ihrer Schule teilzunehmen. Während eines aktiven Angebotes bei „roven“ unterstützt ein multiprofessionelles Team die jungen Menschen dabei, ihren Alltag neu zu strukturieren und sich als selbst wirksam zu erleben. Dazu gehört auch der Besuch der JuKu Karawane einmal in der Woche. Gefördert durch die Neumayer-Stiftung können die Jugendlichen handwerkliche und künstlerische Techniken erlernen und eine Sensibilität für Kunst und Kultur entwickeln. Es dauert eine Weile, bis die jungen Leute ihre Experimentierfreude entfalten und im Bereich des Bildes oder auch des 3-dimensionalen Gestaltens immer mutiger im Umgang mit Farben und Formen werden. L. hat ihr eigenes Zimmer aus Karton und weiteren Materialien mit sehr viel Liebe zum Detail nachgebaut. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so etwas schaffen kann. Mir gefällt das richtig gut“, resümiert der Schüler nach vollbrachter Arbeit. So trug das Kunstprojekt, das sich über 10 Wochen erstreckte, unter der einfühlsamen Anleitung von Frau Schmidt dazu bei, aus der ehemaligen Perspektivlosigkeit und dem erlebten Versagen herauszukommen und sich wieder handlungsfähig zu fühlen. Eine Lehrerin von „roven“ hat die Erfahrung gemacht, dass die Anbahnung und Erweiterung der individuellen Ausdrucksfähigkeit, ergänzt mit weiteren pädagogischen Angeboten, den Weg zu schulischem Lernen und dem Entwickeln von Perspektiven eröffnen. „Nach ein bis eineinhalb Jahren im Projekt „gehen die jungen Leute gestärkter und selbstbewusster durch ihr Leben und trauen sich wieder etwas zu“, berichtet sie.

Autorin: Ute Schäffner

Foto: Ute Schäffner

 

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